„Immer mehr verlasse ich die schnelle Kraft der Drehscheibe und nehme mir Zeit, um die Gefäße durch allmähliches Dehnen zum Wachsen zu bringen. Unter dem Druck meiner Hände öffnet sich das Gefäß, sucht sich seine Form und strukturiert seine Oberfläche fast von selbst – wie Baumrinde, eine wachsende Frucht oder der Bauch einer schwangeren Frau. Gelebtes Leben, eingefroren im Brand, ein willkürlich von mir festgehaltener Zeitpunkt eines Arbeitsabschnittes, den ich manchmal vorher beenden könnte oder noch weiterführen müsste. Im besten aller Fälle treffe ich genau den richtigen Moment: Das Gefäß hat seine schönste Ausdehnung und Form erreicht.“

Petra Töppe-Zenker